Südlink mit Umweg über AKW Grohnde?

Der sogenannte Westschwenk des Südlinks nach den bisherigen Trassenplanungen könnte gute Gründe haben. Bisher haben TenneT und die Bundesnetzagentur trotz penetranter Nachfragen von Bürgerinitiativen und betroffenen Bürgern nie eine Erklärung für den Westschwenk des Freileitungskorridors geliefert.

Ein Beitrag in der ZDF Wissenschaftssendung „Leschs Kosmos“ könnte nun Hinweise geliefert haben. Vielleicht hat man, wie in dem Beitrag erläutert wird, bereits an die Zeit nach der Abschaltung der Atomkraftwerke gedacht.

Dann könnte man nämlich mit der dargestellten Lösung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

  • Nutzung des entstehenden Bauschutts beim Rückbau der Atomkraftwerke
  • Nutzung der guten Netzanbindung der ehemaligen Kraftwerksgelände
  • Nutzung der nach dem Rückbau verfügbaren Freiflächen

Doch sehen Sie selbst!

Die Erläuterung der möglichen Gründe für den Westschwenk finden Sie in dem YouTube Beitrag ab der Minute 24:00:

YouTube: Leschs Kosmos, oder was den Westschwenk auch bei einer Erdverkabelung attraktiv machen könnte.

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Info-Abend in Ottenstein 

Am 17.03.2016 fand in Ottenstein ein Info-Abend für die Mitglieder der Bürgerinitiative Weserbergland und alle am Thema „Südlink“ Interessierten statt.

Während der sehr gut besuchten Veranstaltung informierte Tennet (Thomas Wagner), die Klimaschutzagentur Weserbergland (Tobias Timm) und seitens der „Hamelner Erklärung“ Landrat Tjark Bartels über den aktuellen Stand der Dinge. Insbesondere die Ergebnisse der kurz zuvor stattgefundenen, sogenannten „Methodenkonferenz“ in Bonn wurden von Herrn Timm und Herrn Wagner zusammengefasst.

Bild: Thomas Wagner, Tjark Bartels, Tobias Timm (von links nach rechts)
Lt. Herrn Wagner von TenneT kommt die nach dem aktuellen Erdkabelgesetz mögliche Ausnahme vom Erdkabelvorrang durch eine Bündelungsoption mit bestehenden Freileitungstrassen für die komplette Suedlink-Strecke nicht in Betracht, da die Maste der bestehenden Trassen aus technischen Gründen nicht mit zusätzlichen HGÜ Kabeln behängt werden können. Eine Verstärkung oder gar der Austausch der Maste würde durch die gesetzliche Ausnahme nicht gedeckt werden. Diese Aussage wurde von Herrn Timm bestätigt. Bliebe es dabei, dann wäre eine HGÜ-Freileitung durch das Weserbergland vom Tisch.

Allerdings gibt es noch zwei Ausnahmefälle, in denen noch eine Freileitung zum Zuge käme:

  1. Aus Gründen des Naturschutzes (z.B. Feuchtgebiete mit seltenen Amphibien)
  2. Auf ausdrücklichen Wunsch einer betroffenen Kommune.

Ausgeschlossen ist nicht, daß finanziell klamme Kommunen auf die Idee kommen könnten für eine  „angemessene“ Entschädigung die Freileitungskarte zu ziehen. Hier ist definitiv Vorsicht geboten!

TenneT, so Herr Wagner, hätte alle Pläne für die bisherige Trassenführung „geschreddert“. Zur Zeit würden externe Planungsbüros ausgewählt, um die neue Planung für die Erdkabeltrasse in Angriff zu nehmen. Ob diese Erdkabeltrasse dann durch das Weserbergland führen wird ist nach wie vor offen und nicht ausgeschlossen. Neue Planungen sollen nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2016 fertig sein.

Solange die Südlink-Trasse von Nord nach Süd nicht geplant ist, müssen wir also weiterhin sehr aufmerksam bleiben.

gez. F. Wegener