Archiv der Kategorie: Politik

Info-Abend in Ottenstein 

Am 17.03.2016 fand in Ottenstein ein Info-Abend für die Mitglieder der Bürgerinitiative Weserbergland und alle am Thema „Südlink“ Interessierten statt.

Während der sehr gut besuchten Veranstaltung informierte Tennet (Thomas Wagner), die Klimaschutzagentur Weserbergland (Tobias Timm) und seitens der „Hamelner Erklärung“ Landrat Tjark Bartels über den aktuellen Stand der Dinge. Insbesondere die Ergebnisse der kurz zuvor stattgefundenen, sogenannten „Methodenkonferenz“ in Bonn wurden von Herrn Timm und Herrn Wagner zusammengefasst.

Bild: Thomas Wagner, Tjark Bartels, Tobias Timm (von links nach rechts)
Lt. Herrn Wagner von TenneT kommt die nach dem aktuellen Erdkabelgesetz mögliche Ausnahme vom Erdkabelvorrang durch eine Bündelungsoption mit bestehenden Freileitungstrassen für die komplette Suedlink-Strecke nicht in Betracht, da die Maste der bestehenden Trassen aus technischen Gründen nicht mit zusätzlichen HGÜ Kabeln behängt werden können. Eine Verstärkung oder gar der Austausch der Maste würde durch die gesetzliche Ausnahme nicht gedeckt werden. Diese Aussage wurde von Herrn Timm bestätigt. Bliebe es dabei, dann wäre eine HGÜ-Freileitung durch das Weserbergland vom Tisch.

Allerdings gibt es noch zwei Ausnahmefälle, in denen noch eine Freileitung zum Zuge käme:

  1. Aus Gründen des Naturschutzes (z.B. Feuchtgebiete mit seltenen Amphibien)
  2. Auf ausdrücklichen Wunsch einer betroffenen Kommune.

Ausgeschlossen ist nicht, daß finanziell klamme Kommunen auf die Idee kommen könnten für eine  „angemessene“ Entschädigung die Freileitungskarte zu ziehen. Hier ist definitiv Vorsicht geboten!

TenneT, so Herr Wagner, hätte alle Pläne für die bisherige Trassenführung „geschreddert“. Zur Zeit würden externe Planungsbüros ausgewählt, um die neue Planung für die Erdkabeltrasse in Angriff zu nehmen. Ob diese Erdkabeltrasse dann durch das Weserbergland führen wird ist nach wie vor offen und nicht ausgeschlossen. Neue Planungen sollen nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2016 fertig sein.

Solange die Südlink-Trasse von Nord nach Süd nicht geplant ist, müssen wir also weiterhin sehr aufmerksam bleiben.

gez. F. Wegener

Advertisements

Wir brauchen Energiespeicher für das Gelingen der Energiewende

Quelle: Stephan Grüger (MdL, EUROSOLAR e.V.) – Standpunkt zum Thema: Standpunkte auf dialog-energie-zukunft.de

Netzausbau ja – aber keine HGÜ-Leitungen

Einfache Geschichten lassen sich leicht verbreiten – das sagt aber nichts über ihren Wahrheitsgehalt aus. Zu diesen einfachen Botschaften gehört seit der 2005 von einem Konsortium aus den drei damaligen Netzbetreibern E.ON Netz, RWE Transportnetz Strom, Vattenfall Europe Transmission erstellten sogenannten „DENA-Netzstudie“ die Tatsachenbehauptung, dass in naher Zukunft „im Norden“ der Strom durch Windkraftanlagen produziert werde, der allerdings im Süden nach Abschaltung der dortigen Atomkraftwerke dringend benötigt wird. Daraus hat sich dann der landläufige Glaube entwickelt, es würde „im Norden“ in baldiger Zukunft mehr Windstrom produziert, als dort verbraucht werden könne.

Kein „Windstromüberschuss“ im Norden – auch nicht mit Seatec /Offshore-Windkraft

Tatsache ist aber, dass in den Ländern nördlich von Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Sachsen mit rund 306 TWh pro Jahr mehr Strom verbraucht wird, als selbst in der optimistischsten Planung on- und offshore Windstrom produziert werden wird. Bei 40 GW installierte Leistung Windkraftanlagen an Land („onshore“, in der EUROSOLAR-Diktion „Landwind“) und 15 GW installierte Leistung Windkraftanlagen auf See („offshore“, in der EUROSOLAR-Diktion „Seatec“) würden im so definierten Norden Deutschlands rund 150 TWh/a Windstrom produziert – also deutlich weniger, als Strom bei der Nutzung umgewandelt („verbraucht“) wird.  Die Pläne der Bundesregierung, bis zum Jahre 2030 eine Leistung von 15 GW Seatec am Netz zu haben, werden allerdings inzwischen in der Höhe innerhalb der Bundesregierung in Frage gestellt. Aktuell sind rund 0,6 GW Seatec an das Netz angeschlossen. Was die hier angenommenen 40 GW installierte Leistung Landwind angeht, so sind die genannten Länder in dieser Hinsicht auf einem guten Weg: Ende 2014 waren dort rund 35 GW Landwind am Netz. Das heißt, die aktuelle Windstromproduktion im Norden beläuft sich auf rund 55 TWh/a  – bei 306 TWh/a Verbrauch.  Diese Zahlen passen nicht so ganz zu der Geschichte von dem Windstromüberschuss im Norden, der – weil überschüssig – in den Süden gebracht werden muss. Vor allem passen diese Zahlen so gar nicht zu der großen Erzählung von dem vielen Offshore-Windstrom, der im Norden überschüssig sei.

Hier den gesamten Artikel lesen…

Diesem Artikel ist nichts mehr hinzuzufügen.

 

Bundestag beschließt Erdkabel-Gesetz

Am 03.12.2015 hat der Bundestag die Gesetzesänderung beschlossen mit der die ehemalige Vorgabe „Freileitung hat Vorrang, Erdkabel nur in Ausnahmefällen“ direkt umgekehrt wird.

Hier die aktuellen Änderungen des Gesetzentwurfes

Der Kampf der Bürgerinitiativen für den Erhalt des Landschaftsbildes, für den Schutz der eigenen Gesundheit und gegen den Wertverlust von Immobilien hat sich somit gelohnt.

Sogar Tennet als ehemaliger Verfechter der Freileitungstechnik begrüßt mittlerweile den Vorrang für die Erdkabeltechnik. Es ist noch nicht lange her, da wurde von allen Seiten behauptet, daß Erdkabel für HGÜ-Trassen unerprobt und bisher nur prototypisch eingesetzt worden sei.

Heute liest man auf der Tennet-Webseite: „Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat bereits rund 1.800 Kilometer Gleichstrom-Kabelprojekte mit insgesamt 16 Konvertern in Betrieb und betreibt darüber hinaus das mit zehn Kilometern längste Wechselstrom-Erdkabelprojekt in Europa.“ Weiterhin sieht Tennet heute keinerlei technische Probleme für eine vollständige Erdverkabelung von Suedlink.

Man höre und staune.

Trotz der Entscheidung des Bundestages für den Erdkabelvorrang bleiben noch Fragen offen. Es sind Ausnahmeregelungen im Gesetz beschrieben, die es erforderlich machen, daß die Bürgerinitiativen weiterhin wachsam die Planungen und Umsetzungen begleiten.

Wir bleiben dran.

Erdkabelvorrang – und nun?

Am 17.11.2015 fand im Rathaus von Hannover ein Termin unter Beteiligung von

  • BNetzA,
  • Tennet,
  • Anwaltskanzlei de Witt,
  • Klimaschutz-Agentur Weserbergland,
  • Bündnis der Hamelner Erklärung und
  • Vertretern von Bürgerinitiativen

statt. Es wurden die jeweiligen Positionen ausgetauscht und über das weitere Vorgehen diskutiert.

Hier das interessante Protokoll des Treffens:

Protokoll vom 17.11.2015

Solange das Gesetzt für Erdkabelvorrang nicht beschlossen und veröffentlicht ist, bleiben viele Fragen offen:

Was bedeutet z.B. die ggfs. mögliche Bündelungsoption mit bestehenden Freileitungstrassen?

In welchen Fällen dürfen Freileitungen anstatt von Erdkabeln gebaut werden?

Wie genau wird die Bügerbeteiligung bei der Suedlink-Planung nach der Gesetzesänderung ablaufen?

Wir bleiben dran!

Kabinett stellt Weichen für Erdverkabelung

Heute hat das Kabinett die Weichen für mehr HGÜ-Erdverkabelung gestellt und eine Formulierungshilfe für die entsprechend nötigen Gesetzesänderungen beschlossen. 

Noch ist allerdings alles offen, das Gesetz ist noch nicht beschlossen! Am 14.10. findet eine öffentliche Anhörung von Experten in einer Wirtschaftsausschuss-Sitzung statt. Mit dabei sein wird unser Landrat Tjark Bartels.

Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums
Formulierungshilfe für Gesetzesänderung

(Siehe insbesondere Artikel 7, Absatz 2.)

Ankündigung der Anhörung 

 

 
[Update 14.10.2015]

Hier nun der Link zur Aufzeichnung der Anhörung in der Mediathek des Bundestages:

Video der Anhörung vom 14.10.2015

Präsident der Bundesnetzagentur: keine Erdvollverkabelung, daher Mehrkosten tragbar

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, hält die Mehrkosten für Erdkabel für vertretbar, geht er doch davon aus, dass es sowieso keine Erdvollverkabelung geben wird. Homann: „…wer das glaubt ist auf dem Irrweg“.

Jetzt kommt es darauf an, welche Ausnahmen im noch zu ändernden Gesetz trotz Erdkabel-Vorrang zugelassen werden.

Es bleibt spannend und wir werden genau beobachten wie ernst es den Koalitionsspitzen mit der Vorgabe „Erdkabel-Vorrang“ ist.

Präsident der BNetzA im Interview