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Was sagt das Eckpunkte-Papier des Energiegipfels zu Stromtrassen?

Das Eckpunkte-Papier, also das Ergebnis-Dokument des Energiegipfels der Koalitionsspitzen beinhaltet folgende Aussagen zum Thema Stromtrassen:

  • Die Bundesnetzagentur sorgt dafür, dass bei der Trassenwahl die Varianten mit den geringsten Eingriffen für die Wohnbevölkerung sowie Natur und Landschaft mit einer transparenten Beteiligung der Bevölkerung ausgewählt werden. Noch stärker als bisher sollen bestehende Trassen genutzt und neue soweit wie möglich vermieden werden. 
  • Erdkabel werden bei neuen Gleichstromtrassen in der Bundesfachplanung Vorrang erhalten. Bisher hatten Freileitungen den Vorrang und Erdkabel waren die Ausnahme. Die Mehrkosten sind gerechtfertigt, da die Maßnahme zu
    mehr Akzeptanz und zu einem schnelleren Ausbau führt. Aus technischen Gründen ist der Einsatz von Erdkabeln bei Wechselstrom erheblich schwieriger und teurer. Mit zusätzlichen Pilotprojekten wollen wir Erfahrungen sammeln und die technische Entwicklung vorantreiben.

Hier bleibt viel Interpretationsspielraum. Wir können davon ausgehen, dass Tennet und die Bundesnetzagentur bereits ihre Fassung gefunden haben und sich diese nicht mit unserer decken wird. Was versteht Tennet und die BNetzA z.B. unter „verstärkter Nutzung bestehender Trassen“? HGÜ Leitungen auf bestehende Masten hängen, oder parallele HGÜ-Freileitungen aufbauen? Welcher Absatz hat für Tennet und die BNetzA die höhere Priorität? Es bleibt die Frage, wann sie die Katze aus dem Sack lassen.

Um es klar zu sagen, Vorrang für Erdverkabelung bedeutet für uns: Freileitungen nur dort, wo es aus Gründen des Naturschutzes nicht anders geht, also z.B. in Mooren (Absatz 2). Natürlich können die Erdkabel auch entlang bestehender Freileitungs-Trassen verlegt werden (Absatz 1).

Wir bleiben dran!

Hier das komplette Eckpunkte-Papier

Wenn Freileitungen wie Südlink unsere Wälder zerstören 

Dieses Video zeigt eindrucksvoll welche Mega-Schneisen beim Bau von Freileitungen der Kategorie eines Südlink durch unsere Wälder geschlagen werden. Die Aussagen der Bundesnetzagentur, man könne mit Freileitungen Wälder bequem überspannen, müssen leider als reine Beruhigungspille gewertet werden! 

Freileitungen zerstören nachhaltig mit immensen Trassenbreiten unseren Wald. Unvorstellbar, wenn bis zu drei parallele Trassen durchs Weserbergland gezogen würden, wie uns von Landwirtschaftsminister Meyer schriftlich bestätigt wurde.

Noch ist die Kuh nicht vom Eis! Wir werden wachsam bleiben und genau verfolgen, was in die Gesetzesänderung geschrieben wird. Unter welchen Kriterien werden Freileitungen erlaubt werden? Das ist die offene Flanke. Wir bleiben dran.
Video:

Die Thüringer Strombrücke – so schön sind Freileitungen

Gabriel Brief: „Erdkabel nur auf wirtschaftlich und technisch effizienten Teilabschnitten“

So so Herr Gabriel, und in Ihrem Wahlkreis sind diese Kriterien durchgehend erfüllt? 

Verstehen Sie uns nicht falsch, wir gönnen Ihrem Wahlkreis das Erdkabel, nur ist die Technologie mittlerweile so weit fortgeschritten (siehe das neue ABB HGÜ 525kV Kabel), dass Erdkabel eben kein grösseres Risiko darstellen als die prototypische Errichtung einer HGÜ Strecke in Freileitungstechnik, von der erwiesenermaßen viel höhere gesundheitliche Gefahren ausgehen als von der Erdkabeltechnologie.

Sie schreiben, dass es mit Erdkabeln für Höchstspannungstechnik zu wenig Erfahrungen gibt? Auf Basis welcher und wessen Erkenntnisse können Sie diese Aussage treffen? Wie können Sie HGÜ See-/Erdkabeltechnik für die sensible Anbindung der Offshore-Windparks zulassen, wo diese doch das Rückgrat der Energiewende sind? Wie Sie wissen sind dies die gleichen Kabeltypen, die auch als Erdkabel verwendet werden. 

Wieviele Kilometer Freileitungen in Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik hat Tennet bereits errichtet? 0 Kilometer! Wieviele Kilometer Erdkabel hat Tennet bereits errichtet? Nach eigenen Angaben über 1000 Kilometer (und die Technik hat wesentliche Fortschritte gemacht). Die Freileitungen sind das grössere Risiko, verschandeln die Landschaft, gefährden die Gesundheit, sorgen für den Preisverfall unserer Immobilien! 
Wollen Sie wirklich das international beachtete, innovative Vorzeigeprojekt der deutschen „Energiewende“ mit der Technologie von gestern, nämlich mit Freileitungen realisieren?

Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit und informieren Sie sich ausnahmsweise bei unabhängigen Experten aus Forschung und Industrie (siehe Link) über aktuelle und x-fach bewährte Technik! 

Wir sind für die Energiewende aber nicht gewillt als direkt Betroffene die Kosten dafür allein zu tragen, damit der Rest der Nation ein gutes Gewissen haben kann. 

Wir appellieren an Sie: Setzen Sie auf Erdkabel! Ändern Sie die Gesetze! Machen Sie Erdverkabelung zur Regel und Freileitungen zur Ausnahme! Stoppen Sie das laufende Verfahren! Versetzen Sie sich in unsere Lage und widerlegen Sie das „Naturgesetz“ 

„Mit dem Abstand des Wohnortes zur Monstertrasse steigt die Akzeptanz proportional an“!

gez.

Friedrich Wegener, Dipl. Ing. Elektrotechnik 
Bewährte, aktuelle Erdkabeltechnologie
Vollständiger Brief von MP Gabriel

Dokumente wg. Abmahn-Mafia nur auf Anfrage beim Seiten-Verantwortlichen.