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Stellungnahme der BNetzA zu Konzepten der Fa. Infranetz

Die Konzepte von Tennet, BNetzA und Fa. Infranetz zum Thema „Erdverkabelung bei HGÜ Trassen“ unterscheiden sich teilweise eklatant. Während Tennet und BNetzA von 30m Trassenbreite und mehr für 4 GW HGÜ Erdkabel sprechen, werden von Fa. Infranetz max. 2 * 70cm Breite für die gleiche Übertragungsleistung angegeben.

Tennet und BNetzA stellen die Angaben von Infranetz auf öffentlichen Veranstaltungen immer wieder in Frage. Die BI Weserbergland hat nun die BNetzA um eine konkrete Stellungnahme zu den Angaben von Infranetz gebeten.

Die Antwort von Herrn Rennert der Fa. Infranetz ist wie gewohnt detailliert und konkret.

Hier die Stellungnahme der BNetzA

und die Antwort von Fa. Infranetz

Mittlerweile hat der Bundestag das sogenannte „Erdkabel-Gesetz“ beschlossen. In den Begründungen zu den Änderungen der ursprünglichen Gesetzesvorlage wird von dem Ziel gesprochen ca. 90% der Suedlink Verbindung als Erdkabel auszulegen.

Wir sind auf die Umsetzung und die dann verwendete Technologie gespannt und werden die weiteren Schritte aufmerksam begleiten.

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Aufräumen mit Kabel-Mythen

In den letzten Tagen werden von verschiedenen Medien wie z.B. der Süddeutschen Zeitung, der Zeit oder auch Heise merkwürdig gleichlautende Artikel zu den angeblichen Nachteilen der Erdverkabelung von HGÜ bzw. HVDC Erdkabeln veröffentlicht.

Der Zeitpunkt dürfte nicht zufällig gewählt sein: am 14.10.2015 will ein Wirtschaftsausschuss des BMWi über die Gesetzesänderung zum Thema „Erdkabel-Vorrang für Höchstspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ)“ beraten. Es wird also ernst und die Freileitungs-Lobby zieht noch einmal alle Register, um den Vorrang für Erdkabel zu relativieren und zu verwässern. Dazu werden die guten Kontakte zur Presse genutzt. Schließlich ist man Geschäftspartner, ist doch die Presse zu einem guten Teil abhängig von Werbeeinnahmen durch geschaltete Anzeigen.

Selbst recherchierte Artikel scheinen der Vergangenheit anzugehören, Behauptungen werden nicht überprüft, sondern einfach übernommen.

So werden z.B. immer wieder die folgenden Aussagen gemacht:

  • Erdkabel sind zu teuer, 8 mal teurer als Freileitungen.
  • Erdkabel erhitzen den Boden, landwirtschaftliche Erträge sinken.
  • Erdkabel sind sehr aufwendig zu verlegen.
  • Erdkabel haben grosse Trassenbreiten zur Folge.
  • Bei Erdkabeln sind für 2 GW Übertragungsleistung 4 Einzelkabel notwendig.
  • Bei Erdkabeln sind alle 1000 m Muffenhäuschen zur Verbindung von Kabelsegmenten notwendig.

Und ganz neu von Tennet verbreitet:

  • Es kann gar nicht genügend Erdkabel für die Südlink-Verbindung produziert werden.

Falsch, ABB als Hersteller von HGÜ See- und Erdkabeln bestreitet das auf Twitter.

oder auch neu:

  • Es gibt kaum Firmen, die die Erdkabel verlegen können.

Falsch, es sind in Deutschland zig-tausend KM Gas-Pipelines unterirdisch verlegt worden. Wer hat das bloß gemacht?

Wir sind gespannt was sich die Übertragungsnetzbetreiber noch alles werden einfallen lassen. Wir werden die Liste der Erdkabel-Mythen sicher in nächster Zeit noch verlängern müssen. Wir prophezeien: Je näher die Gesetzesvorlage kommt, desto mehr ähnliche Artikel (siehe oben) werden erscheinen.

Mit all diesen Kabel-Mythen räumt der Verbund von 20 Landkreisen, die sog. „Hamelner Erklärung“, gründlich auf und hat dazu die folgende Broschüre veröffentlicht:

Aufräumen mit alten Kabel-Mythen

Hier noch ein aufklärender Beitrag des Bayerischen Rundfunks über eine Studie mit Feldversuch zu den Auswirkungen der Erdverkabelung auf landwirtschaftliche Nutzflächen. Es wird hier darauf hingewiesen, daß nicht die Temperaturerhöhung während des Betriebs das eigentliche Problem ist, sondern eher ein unzureichender Bodenschutz während der Baumaßnahmen. Entsprechend sind die Baumaßnahmen bodenkundlich zu überwachen. 

Leider hat der Bayerische Rundfunk den entsprechenden Video-Beitrag komplett aus dem Internet entfernt und nur noch den Textbeitrag im Netz.

Auswirkungen der Erdverkabelung
 

 
[Update 05.10.2015]

Wie prophezeit wurde heute über verschiedene Medien massiv,  auf Basis einer dpa-Meldung, aus dem Bundeswirtschaftsministerium über die angeblich sehr viel teureren Erdkabel berichtet. Diese „erheblichen“ Mehrkosten von bis zu 8 Mrd € (max. 3-9€ pro Jahr und Haushalt) müssten von allen Stromkunden bezahlt werden. Wir bezweifeln gemeinsam mit dem Verbund von mehr als 20 Landkreisen diese Zahlen! Hier soll noch einmal Stimmung in der Bevölkerung gegen die berechtigten Sorgen der Betroffenen entlang der Trassen gemacht werden. Wir vermuten, dass der von den Koalitionsspitzen beschlossene Vorrang für die Erdverkabelung in der geplanten Gesetzesänderung verwässert werden soll. Wir werden hier sehr wachsam sein!

Wenn Freileitungen wie Südlink unsere Wälder zerstören 

Dieses Video zeigt eindrucksvoll welche Mega-Schneisen beim Bau von Freileitungen der Kategorie eines Südlink durch unsere Wälder geschlagen werden. Die Aussagen der Bundesnetzagentur, man könne mit Freileitungen Wälder bequem überspannen, müssen leider als reine Beruhigungspille gewertet werden! 

Freileitungen zerstören nachhaltig mit immensen Trassenbreiten unseren Wald. Unvorstellbar, wenn bis zu drei parallele Trassen durchs Weserbergland gezogen würden, wie uns von Landwirtschaftsminister Meyer schriftlich bestätigt wurde.

Noch ist die Kuh nicht vom Eis! Wir werden wachsam bleiben und genau verfolgen, was in die Gesetzesänderung geschrieben wird. Unter welchen Kriterien werden Freileitungen erlaubt werden? Das ist die offene Flanke. Wir bleiben dran.
Video:

Die Thüringer Strombrücke – so schön sind Freileitungen

Infranetz sendet Erdkabel-Eingabe an Bundesnetzagentur

Fa. Infranetz hat in Form einer schriftlichen Eingabe an die Bundesnetzagentur die Machbarkeit der Erdvollverkabelung für das komplette Vorhaben Nr.4 (Suedlink) detailliert dargelegt. In Gegenüberstellungen werden die Vor- und Nachteile bei Freileitungen und dem Erdkabelsystem nach Infranetz detailliert beschrieben.
Ausserdem wird auf bereits sehr erfolgreich realisierte Erdkabel-Projekte verwiesen.
Auch werden die immensen Vorteile für die ggf. betroffenen Land- und Forstwirte aufgeführt.
Das von Infranetz beschriebene Erdkabelsystem unterscheidet sich wesentlich von dem von den Übertragungsnetzbetreibern dargelegten System, welches viel aufwändiger ist und scheinbar nicht mehr dem letzten, aktuellen Stand der Technik entspricht.

Alle Dokumente der Eingabe finden Sie unter dem folgenden Link:

Dokumente wg. Abmahn-Mafia auf Anfrage beim Seiten-Verantwortlichen

Es gibt keine Ausreden mehr: Erdkabel, die bessere Alternative

ABB ist mit neuem HGÜ Kabel FINALIST des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft

ABB hat mit der Entwicklung eines innovativen HGÜ- (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung-) Kabelsystems ein neues Kapitel in der Energieübertragung geöffnet. Die neuen Stromkabel mit extrudierter Kunststoffisolierung halten einer Spannung von bis zu 525 Kilovolt stand. Das derzeit höchste Spannungsniveau dieser Technologie liegt bei 320 kV – somit wurde eine Steigerung um 64 Prozent erreicht.
Die Neuentwicklung macht es möglich, die Übertragungskapazität im Kabel (bisher rund 1 GW) mehr als zu verdoppeln. Die technisch sinnvolle Übertragungsdistanz wurde von bisher unter 1.000 auf über 1.500 Kilometer gesteigert. Es gibt keine Ausreden mehr: Erdkabel, die bessere Alternative weiterlesen